Über das Passivhaus gibt es viele Vorurteile. Dies liegt meist daran, dass sich so manch Gebäude Passivhaus nennt, ohne tatsächlich die Kriterien eines Passivhauses zu erfüllen.
Ist es tatsächlich ein Passivhaus???
Wenn Sie ein Passivhaus mit Heizung oder gar Gas- oder Öl-Kessel sehen, seien Sie kritisch. Eine (richtiges) Passivhaus benötigt nicht mehr also 10 Watt/m² Heizleistung. Also bei 100 m² rund 1000 Watt. Schauen Sie mal auf Ihren Fön, der dürfte genau diese Leitung bringen. Ein Öl- oder Gas-Kessel hat hier fast 10-mal so viel, d.h. er würde in einem Passivhaus nur 10% ausgelastet und somit nicht effizient laufen. 10 Watt/m² lassen sich über die Lüftunganlage im Gebäude verteilen. Und diese Anlage muss wegen der Luftdichtheit eines Passivhauses sowieso eingebaut werden.
"Im Passivhaus kann man keine Fenster öffnen" ----- ABSOLUT FALSCH
Selbstverständlich lassen sich in gutgeplanten Passivhäusern auch die Fenster öffnen. Man MUSS sie aber nicht öffnen, um auch im Winter die Räume zu lüften.
Im Jahr 2005 wurde durch das Architekturbüro Hauptstraße 110c, 09128 Chemnitz das "erste zertifizierte Passivhaus in Chemnitz" geplant, projektiert und im Bau überwacht. Das Resultat ist ein Gebäude von rund 200 m² Bruttogeschossfläche mit einem Heizenergiebedarf von nur 15 KWh/m² im Jahr. Bei 200 m² bedeutet dies 3000 KWh im Jahr, oder 300 Liter Öl. IM JAHR. Tatsächlich verfügt das Gebäude über keine Heizungsanlage. Der Wärmeverlust ist so gering, dass die Benötigte Wärme über die ohnehin vorhandene Lüftungsanlage verteilt werden kann. Die Nacherwärmung erfolgt elektrisch. Die Heizkosten für das gesamte letzte Jahr betrugen lediglich 140,00 €. (kein Tippfehler) Dabei ist das Haus sehr behaglich. Oberflächentemperaturen von 18°C auf Boden Decke und Wänden, aber auch auf den Glasflächen tragen auch bei -15°C Außentemperatur zum Wohlfühlklima im Haus bei.
Dabei ist ein Passivhaus kein Fertighaus oder Produkt von der Stange. Es besteht keine Festlegung auf Materialien oder Baustiel. Es gilt lediglich den Passivhaus-Standard einzuhalten. Ob dies mit Stroh oder Beton, mit Holz-Leichtbauwänden oder Ziegelwänden, mit Hanf-Dämmplatten oder mit PUR-Schaum erreicht wird, hängt vielmehr von den Wünschen des Bauherrn, der Architektur des Gebäudes, oder lokalen Faktoren ab.
VORMERKEN !! Tag der Erneuerbaren Energien 28. April 2007 10.00-16.00 Uhr Überzeugen Sie sich selbst vor Ort. Das Gebäude steht zur Besichtigung offen. Eine Vorstellung des Projekte finden Sie hier: Passivhausprojekte.de Besuchen Sie dort unser Objekt unter Projekt ID 0787
Besichtigungen sind auch sonst nach Anmeldung möglich. In regelmäßigen Abständen finden Seminare für Interessenten und Planer im ersten zertifizierten Passivhaus in Chemnitz statt. Anmeldung unter: Tel: 03726 789447 Mail: andreas.madreiter@t-online.de
Vorteile des Passivhauskonzeptes:
- Heizwärmebedarf von nur 15 KWh/m² im Jahr - dies entspricht 1,5 Litern Heizöl - Behagliches Wohnen durch Oberflächentemperaturen nahe der Raumtemperatur - Hygienische Luft ohne Wärmeverlust durch kontrollierte Wohnraumentlüftung mit Wärmerückgewinnung - Erhaltung der Bausubstanz durch Luftdichtheit und Wärmebrückenfreiheit - Nur geringe Mehrkosten durch Wegfall eine konventionellen Heizung Sie sparen Öltank, -raum, Gasanschluß, Heizkessel, Schornstein, Heizungsrohre, -körper, Fußbodenheizung und den Schornsteinfeger - 80% weniger Heizenergie als im Niedrigenergiehaus - 90% weniger Heizenergie als in einem konventionellen Gebäude - keine patentierte Lösung der Industrie, sondern allgemein zugänglicher Baustandard - freie Materialwahl, fast alles ist möglich, von Beton, Ziegel, Holz bis Strohballen, PU-Schäume, Styropor, Mineralwolle, Zellulose, Schafwolle, Hanf, Stroh - Einsetzbar für Einfamilienhaus, Reihen- und Mehrfamilenhaus, Kindergarten, Schule, Gewerbe, Büro - Ein Passivhaus funktioniert auch im Sommer. Die sehr gute Wärmedämmung sorgt auch im Sommer für angenehme, behagliche Temperaturen. - Ein Nebeneffekt - guter Schallschutz - Nicht zuletzt wird durch die Reduktion des Heizenergiebedarfs der Co2-Ausstoß gesenkt, somit stellt der Einsatz des Passivhaus-Standards einen Beitrag zu einer sauberen Umwelt dar.
Weitere Passivhäuser werden zur Zeit geplant, bzw. stehen kurz vor der Ausführung.